Für Krebse, so auch für die kleinste ihre Unzahl an Gattungen, Cambarelli, stellt sich bereits ein ordnungsgemäß durchgeführter Transport mitunter als sehr belastend heraus. Bei unsachgerechtem Handeln können Krebse bereits in der Zeit im Beutel oder in der Transportbox versterben.
Daher gilt es, unnötige Stressoren wie die folgenden unbedingt zu vermeiden:
- zu wenig Sauerstoff,
- zu viel Wasser,
- zu starke Bewegungen des Transportbeutels,
- Futtergabe,
- zu lange Transportwege bzw. zu lange Transportzeiten,
- zu hohe oder niedrige Temperaturen,
- zu viele Tiere in einer Transportbox.
Trifft auch nur einer der oben genannten Faktoren zu, leidet ein Zwergflusskrebs unnötig. Dies muss nicht sein. Zwar wird ein gut sortiertes, fach- und sachgerecht bzw. professionell arbeitendes Zoofachgeschäft auf die wichtigsten Dinge achten wollen und müssen. Dennoch liegt die Verantwortung eines möglichst nachhaltigen und schonenden Transports auch im Verantwortungsbereich des Käufers.
Diese beginnt bereits mit der Wahl des Verkäufers, Onlineshops, lokalen Zoofachhandel-Ladengeschäfts, Hobbyzüchters etc. Normalerweise gilt, dass insbesondere Hobbyzüchter ihren guten Ruf zu verlieren haben. Größere, bereits seit Jahren am Markt erfolgreich agierende Unternehmen wiederum haben Routine im Versand und möchten keine schlechten Bewertungen aufgrund von Versandmängeln hinnehmen auf ihren Onlineportalen.
Schließlich macht der das beste Geschäft, der das Vertrauen der Kundschaft genießt. Dieses jedoch muss man sich erst verdienen. Ein direkter, lokaler und persönlicher Kontakt ist meiner Meinung nach immer einer anonymen Onlinebestellung vorziehen, da hier der Züchter bei Fragen sicher gerne für die ein oder andere Hilfestellung bereit steht. Dies können größere Onlineshops allein logistisch nicht bewältigen.
Im Vorwege einer Bestellung sollte abgeklärt werden, ob die Möglichkeit besteht, die bestellten Tiere über ein auf Tiertransporte spezialisiertes Logistikunternehmen zu ordern. Dieser Weg ist dem normalen Transport über mehrere Tage in jedem Fall und jederzeit vorzuziehen. Allein ein zu langer Weg vom Händler zum Kunden kann bereits sensible Ausfälle während des Transports oder aber spätestens nach dem Umsetzen in das neue Zuhause bedeuten.
Dies wäre durch Versand per Kurierdienst, spezialisiert auf die Lieferung von lebenden Tieren, im Regelfall nicht passiert. Anbieter wie Go! oder DHL Express werben mit ihren hohen Standards und das nicht zu unrecht. Bietet der Händler des Vertrauens einen solchen Express-Service zum vertretbaren Preis nicht an, handelt es sich bei dem Unternehmen vielleicht noch nicht um den richtigen Zoofachhändler und ein Blick auf eine Alternative ist ratsam.
Es kann und wird leider immer wieder passieren, dass auch Pakete mit Aufdruck „Vorsicht! Nicht werfen!“, Vorsicht zerbrechlich“, „Bruchgefahr“ „Vorsicht Glas!“ oder „Olivenöl“ unsachgemäß gehandhabt werden beim Verladen von einem Fahrzeug in das nächste. Aufkleber wie „Vorsicht, lebende Tiere“ scheinen ihre Wirkung längst verloren zu haben. Trotzdem wird der Krebs bei Einhaltung einer maximalen Transportzeit von ca. 1 bis 1,5 Tagen sicher wohlbehaltener am Zielort ankommen als nach 3 bis 4 Tagen.
Ein wichtiger Hinweis hierzu aus Erfahrung. Sollten weitere Gegenstände zusammen mit den Tieren bestellt werden, werden diese selbstverständlich ebenfalls express-behandelt und treffen zusammen mit den Tieren bereits nach der kurzen Versandzeit ein. Somit ist die 2- bis 3-fache Transportgebühr im Vergleich zum günstigsten Versand in jedem Fall gut angelegt.
Ist die Transportfrage zugunsten der Bedürfnisse des Tieres geklärt, kommt es darauf an, wie der jeweilige Händler mit dem Tier umgeht, wenn er es aus seinem bisherigen Haltebecken heraus fängt, sprichwörtlich eintütet, mit Wasser und Luft versorgt sowie später in einem hoffentlich gut gepolsterten und nach außen hin isolierten Transportkarton verstaut.
Die Temperaturen während des Transports sind entscheidend für das Wohlbefinden. Vor allem hohe Temperaturen setzen den Zwergflusskrebsen in gefährlichem Maße zu. Daher ist es heute Standard, dass die Tiere in einer Styroporbox verwahrt und mit Kühlpack oder Wärmepad geliefert werden. Dies zielt darauf ab, die Temperaturen für den Krebs über die gesamte Transportzeit hinweg möglichst gleich, also homogen zu gestalten. Bestellungen im Hochsommer als auch im tiefsten Winter sollten eventuell überdacht werden. Vielleicht ist das gewünschte Tier auch bei einem Hobbyzüchter in der Nähe erhältlich und kann persönlich ausgesucht und abgeholt werden.
Während des Weges vom alten zum neuen Zuhause sind die Tiere vielen Reizen ausgesetzt, die sie aus ihrem Haltebecken oder aber instinktiv aus ihrer natürlichen Umgebung nicht kennen. Sind sie im neuen Zuhause angekommen, brauchen sie daher Zeit, um sich an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Unter anderem gilt es für sie in den nächsten Stunden, folgende Herausforderungen zu bewältigen:
- Angleichung der Temperatur der Transportbox mit der des Aquarienraumes, später des Aquarienwassers
- Angleichung an neue Wasserwerte
- Erkunden des neuen Lebensraumes
- Gewöhnung an neue Mitbewohner (vergesellschaftete Tiere wie Garnelen, Schnecken, Fische, Muscheln)
Jedes Tier benötigt daher Zeit, diese Anforderungen erfolgreich zu meistern. Hierzu empfehle ich den folgenden Beitrag: